Die Formulierung in einem Arbeitsvertrag „in Vollzeit“ bedeutet eine 40-Stundenwoche

In einem Arbeitsvertrag hatten Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer (AN) vereinbart, dass der AN „in Vollzeit“ beschäftigt wird. Eine konkrete Anzahl der zu leistenden Arbeitsstunden war nicht festgelegt worden. Der AN forderte vom AG die Zahlung von Überstundenvergütung und war bei seiner Berechnung von einer regulären Arbeitszeit von 40-Wochenstunde ausgegangen. Der AG entgegnete diesem Anspruch mit dem Argument, die Bestimmung im Arbeitsvertrag „in Vollzeit“ bedeute, der AN sei verpflichtet, die nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zulässige Höchstarbeitszeit zu leisten, d.h. mehr als 40-Wochenstunden.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) stellte klar, dass bei einer fehlenden Regelung im Arbeitsvertrag über die vom AN konkret zu leistenden Arbeitsstunden bei Vollzeitbeschäftigung von einer 5-Tagewoche und einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden, d.h. von 40-Wochenstunden auszugehen ist. Die darüber hinaus vom AN geleisteten Arbeitszeiten sind Überstunden und entsprechend zu vergüten.

BAG, Urteil v. 25.03.2015 zum Az.: 5 AZR 602/13

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