Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort – sog. Unfallflucht

Verkehrsteilnehmer haben oft den Tatbestand des unerlaubten Entfernens vom Unfallort auch Fahrerflucht genannt erfüllt, ohne dies tatsächlich zu wissen. Ein daraufhin eingeleitetes Ermittlungsverfahren kann erhebliche Folgen haben. Nachfolgend soll daher aufgezeigt werden worauf es ankommt, um ein Ermittlungsverfahren nach § 142 StGB zu vermeiden.

1. Zunächst muss sich ein Verkehrsunfall ereignet haben. Dieser liegt dann vor, wenn durch ein ungewolltes Ereignis zu einem Sachschaden und/oder Personenschaden gekommen ist. Nur bei einem völlig belanglosen Schaden liegt kein Schadensereignis vor.

Vorsicht ! Sehr oft werden kleinere Schäden vom Unfallverursacher als belanglos angesehen, was sie in Wirklichkeit nicht sind. Die Rechtsprechung geht hier von einer Grenze von bis zu ca. 50 Euro als sog. Bagatellschaden aus. Selbst die Beseitigung von kleiner Lackschäden kostet oft viel mehr als 50 Euro. Dabei kommt es auf die tatsächliche, NICHT auf die vom Unfallverursacher geschätzte Schadenshöhe an.

2. Der Unfall muss einen Bezug zum öffentlichen Straßenverkehr haben. Der Bezug zum öffentlichen Straßenverkehr ist bereits dann gegeben, wenn es sich um Privatgrundstücke handelt, wo eine Zufahrt von fremden Personen möglich ist.

Typisches Beispiel: privater Parkplatz vor dem Supermarkt.

3. Alle Unfallbeteiligen haben am Unfallort zu warten. Unfallbeteiligter ist dabei nicht nur der Fahrer. Auch für Personen, die eine Mitverursachung am Unfall tragen, besteht eine Wartepflicht.

Auch Radfahrer und Fußgänger können Unfallbeteiligte sein!

 

 

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